Das “Alte” geht und das “Neue” kommt…

Die letzten Tages des Jahres 2020 sind eingeläutet, Weihnachten ist vorbei und das “Alte” Jahr wird ausgekehrt.

Wissen Sie eigentlich noch, dass 2020 ein Schaltjahr war? Wissen Sie noch wie es begann und bleibt außer Corona noch etwas anderes hängen?

Ich bin persönlich sehr froh, dass 2020 nun zu Ende geht und kann trotz aller schlechten Nachrichten auch etwas Gutes an dem Jahr finden.

Das “Schlechte” zuerst.

Es betrifft mich persönlich und wenige Freunde wissen es. Der Tod meines Vaters im März veränderte die Familie und brachte Trauer mit sich, die wir gemeinsam durch die Corona Regeln noch nicht einmal zusammen durchstehen durften. Was für ein Schlag, plötzlich und ohne große Vorwarnung wusste ich bereits im März, was es heißt einen Menschen durch diese schreckliche Krankheit zu verlieren.

Auch in der Gemeinde Mellingen mussten wir uns von Freunden und Bekannten verabschieden, die für immer ihre Augen geschlossen haben. Unser Ehrenbürger Gerhard Ludwig war unter ihnen. Ein sehr guter Freund, guter Berater und treuer Begleiter verstarb im Mai 2020 nach langem Kampf gegen seine Krankheit. Wir werden Gerd immer in Gedanken behalten, ihn ehren und danken. Seine vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Mellinger Vereinen waren sehr bemerkenswert. In Gedanken an alle Verstorbenen im Jahr 2020 haltet hier beim Lesen kurz inne und denkt an sie.

Die weitere Berichterstattung bezieht sich auf das “Gute” im Jahr 2020.

Das Jahr 2020 begann mit der guten Meldung, dass wir unsere Halle bauen können und das wir im Frühjahr damit beginnen können. Zum Fasching wurde die gute Nachricht verkündet und brachte gute Stimmung unter die Gäste und alle Vereinsmitglieder. Fasching wurde natürlich gebührend gefeiert und begeisterte wieder alle Gäste aus nah und fern. Damals war Corona schon in Zielweite aber noch nicht greifbar.

Im April begann der Bau unserer Mehrzweckhalle und es wuchs am Dorfrand, Hinterm Dorfe ein neues Gebäude aus der Erde. Woche für Woche war mehr zu sehen. Anfangs glaube ich hatten viele Angst, dass dieses neue Gebäude sehr klein wird und machten sich wohl auch Gedanken darüber. Mit dem Dach und aller hochgezogenen Mauern sah es dann schon ganz anders aus und der Neubau macht eine gute Figur.

Mit vielen Einschränkungen mussten wir leben und hatten uns im Sommer beinahe daran gewöhnt. Niedrige Fallzahlen und wenig Gedanken über das Virus machend ging es in den Urlaub. Die meisten von uns blieben in Deutschland und machten Ferien im eigenen Land. Der August war wunderschön. gutes Wetter an der Ostsee vermittelten das Gefühl man wäre am Mittelmeer. Meine Familie fährt nun schon viele Jahre an die Ostsee und ich kann Ihnen berichten, dass dieses Fleckchen ein ganz besonderes Flair hat. Gerade deshalb ist auch der Urlaub in Deutschland sehr schön, denn es gibt immer wieder etwas zu entdecken, was man bis dato noch nicht so kannte. Ich finde es in der Heimat schön und fahre auch gern in nahe gelegene Ziele.

Gleich nach den Sommerferien und der Schuleinführung wagten wir uns an eine erste Großveranstaltung heran und organisierten unseren Mellinger Ortslauf mit großer Unterstützung der TEAG Thüringer Energie AG und allen ehrenamtlich engagierten der Feuerwehr, des Sportvereins und des Dumper Clubs. Der Erfolg gab uns im Nachgang das gute Gefühl, richtig gehandelt zu haben. Ein Toller Tag mit mehr als 100 Teilnehmern aus Mellingen und Umgebung machten eine veränderte Veranstaltung zur größten Veranstaltung während der Corona Pandemie.

Und nun doch noch Corona

Das meiste in Verbindung mit dem C-Wort empfinden wir als lästig, nervend und beängstigend. Nichts ist mehr so, wie es einmal war und manches wird uns verloren gehen, wenn dann einmal alles überstanden ist. Trotzdem kann man auch positive Meldungen mitnehmen und auch weiter vorantreiben.

In Mellingen ist die Lage seit dem Ausbruch im Frühjahr immer unter Kontrolle geblieben und wir haben sehr wenig Erkrankte im Ort gehabt. Glücklicherweise haben es auch alle soweit ich es beurteilen kann, gut überstanden. Das ist das Positive. Ebenfalls konnten wir im gemeinsamen Handeln anderen helfen und auch für Menschen basteln, die andere Menschen versorgen. Die Kindergärtnerinnen haben hier zum Osterfest etwas Großes geleistet. Danke an alle, die während der Pandemie für andere da waren, geholfen haben und ihre Arbeit in den Dienst der Bevölkerung gestellt haben.

Corona verhinderte Veranstaltungen, Treffen und Kontakte zur Familie und Freunden. Es veränderte das Lernen in der Schule und das Spielen im Kindergarten, die beruflichen Aufgaben und am Ende auch das gesamte Leben von uns. Trotzdem kann ich dem Virus 3 gute Dinge zusprechen. Das eine ist die Achtung der Natur, unseres Planeten und die gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Das zweite ist die schneller voranschreitende Digitalisierung unter dem Hintergrund, dass immer jüngere Menschen mit der Technik vertraut sind und sie dies für sich zum Nutzen machen können. Das dritte ist die Erkenntnis, dass wir Menschen, vor allem wir Deutschen nur ein kleiner Teil der Welt sind und uns auch einordnen müssen. Die Hochnäsigkeit von teilen unserer Bevölkerung hat dazu geführt, das in manchen Familien nur noch die Zeit zwischen den Urlauben zum arbeiten verplant werden musste, weil man es ja zum Geld verdienen braucht. Urlaub ist schön und bringt Zeit mit der Familie. Muss es aber mehrmals im Jahr sein? Müssen wir immer fliegen, nur weil es ein Schnäppchen ist? Oder müssen wir in den Urlaub weil wir sonst nichts zu erzählen haben? Ich kann alle Fragen nur mit nein beantworten und finde, dass es zwischen den Zeilen sehr viel gibt, was man auch zu Hause mit den Kindern und der Familie erleben kann. Das Wichtigste ist und bleibt unsere Gesundheit. Nur wenn wir gesund sind, bleiben oder werden, dann können wir das Leben genießen.

Diese Erkenntnis ist nicht neu und bleibt wohl immer die am meisten Geschriebene, gerade zum Jahreswechsel. Wir wünschen uns alle das Beste.

In diesem Sinne haken wir das Jahr 2020 ab, beginnen in 2021 von Neuem und lassen uns nicht unterkriegen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesundes neues Jahr 2021, indem wir uns wiederum arrangieren müssen. Bewahren Sie die Ruhe und Geduld, denn die Hoffnung in die Medizin ist da.

Ich wünsche Ihnen Kraft, Optimismus, Stärke, Glück und Erfolg im neuen Jahr.

Eberhard Hildebrandt